Landesverband Nord e.V.
1.Vorsitzender: Tilo Schlegel, Mühlberg 18, 06179 Angersdorf
  Tel.: 0345- 6821080
  Email: tilo-schlegel (at) web.de
Geschäftsführer: Hans Joachim Skorka, St.Hedwigstraße 7, 31135 Hildesheim
  Tel.: 05121- 55950
  Email: hjskorka (at) web.de


Bericht- Herbsttreffen 2016
Wehmut befallt mich, wenn ich an unsere anfänglichen Herbsttreffen des Landesverbandes in der Gründerzeit und vielen darauf folgenden Jahre denke. Diese Treffen zeugten von einer lebendigen Vereinskultur, bei der die Zahl der beteiligten Mitglieder im Verhältnis zur Mitgliederanzahl enorm hoch war und von der freundschaftlichen Beziehung untereinander lebte. Leider ist das heute alles Vergangenheit und vom Vereinsleben ist nichts mehr zu spüren. Trotzdem sind für mich die Treffen der letzten Jahre immer ein besonderes Erlebnis gewesen, da der kleine Kreis der Gleichgesinnten sehr freundschaftlich zusammengewachsen ist. Warum berichte ich trotzdem vom diesjährigen Treffen? Weil ich die Hoffnung auf eine positive Wende nicht aufgeben will und den zögerlichen, unentschlossenen Mitgliedern mitteilen möchte, wie schön die Freundschaft ist, die uns durch unser Hobby verbindet, gepaart mit wunderschönen Erlebnissen, die man so allein oft nicht antreffen kann.
Dieses Jahr sollte das Treffen im östlichen Teil unseres Verbandes, in Leipzig, stattfinden. Nach der individuellen Anfahrt am Freitag mit dem PKW, trafen alle 11 Teilnehmer bis ca. 18:00 Uhr im Hotel ein. Die früher Eingetroffenen nutzten schon mal die Gelegenheit auf eigene Faust die Innenstadt von Leipzig zu erkunden. Der Anreisetag wurde mit einem gemütlichen gemeinsamen Abendessen beendet, bei dem es viel zu erzählen gab, zumal ein Jahr seit der letzten Zusammenkunft vergangen war. Am nächsten Tag ging es zum „Naturschaufenster Tagebau", ein Projekt des örtlichen Braunkohlebergbaues und der ökologischen Station NFG.
In einem Besucherbus fuhren wir unter Leitung des Naturschutzbeauftragten in das riesige Abbaugebiet der Braunkohle, wo ein ausgedehntes System von Gräben und Dämmen zur Vorklärung der Sümpfungs- und Filterbrunnenwässer liegt. Die sogenannte Liegendwasserhaltung hat sich im Laufe der Jahre zu einem 56 Hektar großen Naturschutzgebiet auf Zeit entwickelt. In einem Biotopmosaik aus Flachwasserzonen, Röhricht und verbuschten Offenland, konnten wir bei einer Wanderung erleben, wie die Natur die ehemaligen Abraumflächen wieder zurückeroberte. In dieser Landschaft siedelten sich naturgemäß eine Vielzahl der verschiedensten Tierarten an, deren Lebensweise an Wasser gebunden ist, Vögel, Amphibien und Libellen. Hier kann man bis zu 35, zum Teil seltene, Vogelarten beobachten. Dazu gehören Brach- und Wiesenpieper, Braun-und Schwarzkehlchen, Drossel- und Schilfrohrsänger, Rohrschwirl sowie Sturm und- Silbermöwen. Mehr als 60 weitere Vogelarten nutzen dieses Gebiet für eine Rast auf ihrer Durchreise. Zwei Kolonien Uferschwalben mit über 200 Brutpaaren haben sich an den Hängen des Tagebaues angesiedelt. Kiebitz und Schafstelze sind ebenso wie Sing- und Höckerschwan, Krick- und Tafelente, Blessralle, Zwergtaucher, Saat- und Blessgans, Rohrdommel, Bartmeise, Blaukehlchen und Graureiher anzutreffen.
Dies Refugium ist ein Paradies für Erd-, Kreuz- und Wechselkröte, aber auch für Knoblauchkröte, Wasserfrosch, Seefrosch, Teichmolch und Ringelnatter. Der Ameisenlöwe und diverse andere Insekten haben hier ihre Heimat gefunden. Alles Gehörte und Gesehene kann hier nicht wiedergegeben werden, es war sehr beeindruckend und kurzweilig, so dass der Vormittag viel zu schnell vorüberging. Der Nachmittag gehörte voll und ganz dem Leipziger Zoo. Eine Beschreibung würde hier den Rahmen sprengen, man muss ihn selbst erlebt haben. Zu erwähnen ist, dass die verschiedensten Tiere in großzügigen, naturnahen Gehegen ohne störende Zäune oder Sichtbehinderung untergebracht sind. Ein besonderes Erlebnis war die gemeinsame Zeitreise per Bootsfahrt durch die Erdgeschichte im Gondwanaland und die anschließende Erkundung des Regenwaldes mit seiner exotischen Tier- und Pflanzenwelt. Alle waren sich einig: dieser Besuch war ein einmaliges Erlebnis, wie schön, dass wir das genießen durften. Der Tag wurde wieder mit Essen und Trinken harmonisch und heiter beendet.
Am Sonntagvormittag wollten wir die Stadt erkunden. Mit einem eigens für uns gemieteten Bus und Stadtführer bekamen wir Leipzig individuell und hautnah zu sehen. Diese Besichtigung kann man mit einem Satz zusammenfassen: allein die Stadt war die Reise wert. Die teilweise beschwerliche An- und Abreise auf staugefahrdeten Straßen wurde dafür gern in Kauf genommen. Zum Schluss ein besonderes Dankeschön an den Organisator Rudolf Buchholz für dieses tolle Wochenende. Er hat damit einen super Einstand als zweiter Vorsitzender gegeben.

Lothar Seidel